Projektort: Chiriboga

Unterstützung: seit 1999

Wie haben wir von diesem Projekt erfahren?
 
Vorgestellt wurde uns das Projecto Chiriboga am 19. November 1999 von Barbara Pabst aus Alzenau, die kurz zuvor einen 4-wöchigen Arbeitseinsatz in Chiriboga geleistet hatte. Da Barbara aus persönlichen Gründen den Kontakt zum Proyecto Chirboga kaum mehr wahrnehmen kann, pflegen diesen derzeit ihre Eltern. Im Februar/März 2009 hat Virginia Mueses vom Proyecto Chiriboga an einer internationalen Tagung in Berlin teilgenommen und konnte so am 1.3 2009 hier in Alzenau in einen Vortrag über die Arbeit des Proyecto Chiriboga berichten.

Wie wurden die Spenden von People in Motion e.V. verwendet?
 
Ab 2008 setzt das Proyecto Chiriboga die Spenden für eine neue Aufgabe ein: „Familie Angulo hat wiederholt bei der Fundacion [Chiriboga] um Hilfe nachgesucht, es ist eine sehr arme Familie, die in Esmeraldas lebt. Sie haben 7 Kinder, eines davon ist an Unterernährung gestorben. Die Fundacion Chiriboga gab dem Vater Arbeit, aber wir können keinen besonders guten Lohn zahlen. Um ihn bezahlen zu können, haben wir mit der Zucht von Forellen begonnen, die wir verkaufen und wovon wir Geover bezahlen, aber es reicht nicht für seine Familie. In dem Ort, wo er [Geover] lebt, gibt es mehr als 600 sehr arme Kinder von dunkler Hautfarbe. Wir haben folgende Vorstellung: Wir wollen ein kleines Wohnhaus für die Familie errichten, das aber zugleich als Zentrum für die Qualifikation der armen Kinder dieses Stadtviertels dienen soll. Hierhin könnten Freiwillige gehen, um Unterricht zu geben und sie könnten dort auch wohnen; auf diese Weise hätte die Familie ein Einkommen, das von den Freiwilligen bezahlt würde [die Freiwilligen bezahlen für ihren Aufenthalt, das ist langjähriges Prinzip der Fundacion Chirboga], und wenn wir Erfolg haben, wovon ich überzeugt bin, werden wir das Gelände erweitern, um noch mehr Kinder zusammen zu führen und sie Lesen und Schreiben zu lehren.“

Das Proyecto Chiriboga berichtet am 20.12.2007: „Der [erste] Bauabschnitt der Schule Edmundo Carbo ist fertig gestellt. Die Fundacion Chiriboga hat die Projektpläne beigetragen. Das Modell und ein kleiner Teil des Baumaterials wurden von dem Geld aus Deutschland bezahlt. Die restlichen Kosten haben die Provinzregierung von Manabi und die nationale Schulbehörde DINSE getragen. Der zweite Bauabschnitt für die Schule wird von der nationalen Schulbehörde getragen, einschließlich der Schuleinrichtung. D.h. die Schule Edmundo Carbo wird vollständig eingerichtet sein. Wir fühlen uns sehr zufrieden, weil wir erreicht haben, dass sich der Staat Ecuador mit der Schule befasst hat, wir haben den Beitrag der vielen deutschen Bürger, die dieses Projekt unterstützt haben, bekannt gemacht.“

2006: Das Proyecto Chiriboga hat die Zusammenarbeit mit der Schule Edmundo Carbo in Jipijapa fortgeführt. Für den Ausbau dieser Schule wurde mit Mitteln aus Spenden ein Architektenentwurf mit Kostenschätzung erstellt.

Bei der sozialen Arbeit steht seit 2005 die Förderung von baulichen Maßnahmen an der Schule Edmundo Carbo in Jipijapa (liegt an der Küste) im Mittelpunkt. Für den Ausbau dieser in einem Gebiet mit sozial schwacher Bevölkerung liegenden Schule wurde Material gekauft. Der Staat konnte bisher nicht für den Ausbau motiviert werden.

2004 haben vor allem fünf Schulen von unserer Unterstützung profitiert:

Escuela Edmundo Carbo - Jipijapa
Escuela Richard Boweys-Lloa
Escuela San Antonio de Alcedo -Cayambe
Escuela San Luis de Guachala -Cayambe
Escuela San Antonio – Tena.    

Das Proyecto hat die Schulen bei ihrer internen Organisation unterstützt sowie Mobiliar, Tafeln, Unterrichtsmaterialien und Bücher für eine Schülerbibliothek gespendet. Für besonders arme Kinder wird auch eine Schulspeisung angeboten, denn in vielen Gegenden sind die Familien andernfalls nicht in der Lage, die Kinder zur Schule zu schicken.

2003: Die Pipeline von Crudos Pesados, die dem staatlichen Unternehmen Petroecuador gehört, befindet sich in unmittelbarer Nähe von Chiriboga. Seit Februar 1999 hat es in Chiriboga 5 schwere Ölunfälle und Gasexplosionen gegeben. Da der Fluss Saloya mitten durch Chiriboga fliesst, ist die Lage für die Bewohner gefährlich und dramatisch. Deshalb ist es ein wichtiges Anliegen, die Ölindustrie dazu zu bewegen, den Sicherheitsstandard für ihre Pipelines zu verbessern und dadurch weiter Ölunfälle zu vermeiden. Da hunderte von Beschwerdebriefen – unter anderem an das Umweltministerium – folgenlos waren, hat die Leitung des Projektes beschlossen, vor Gericht zu gehen. Dies ist die erste Klage einer einheimischen Organisation gegen eine Ölgesellschaft. Dadurch sah sich das Projekt gezwungen, die Schulen vorübergehend nicht finanziell, sondern nur mit der Hilfe Freiwilliger zu unterstützen, denn das restlich Geld wird für das Gerichtsverfahren benötigt. Hierfür wurde unsere Spende verwendet. Nach Durchlaufen der Instanzen liegt das Verfahren seit Jahren vor dem obersten Gericht Ecuadors und kommt nicht voran.

Am 30. Juni 2002 verunglückte ein Bus auf der Fahrt von Quito nach Chiriboga, wobei 4 Menschen ums Leben kamen und 48 Bewohner Chiribogas und der Umgebung teils schwer verletzt wurden. Da diese Menschen über keine Krankenversicherung verfügen, kaufte das Proyecto Chiriboga kurz entschlossen zahlreiche lebenswichtige Medikamente und stellte sie den behandelnden Ärzten im Krankenhaus zur Verfügung. Diese Medikamente wurden zum grossen Teil mit Alzenauer Spenden finanziert.

2000: Zusammen mit der einheimischen Bevölkerung wurden Toiletten und Duschen (die ersten des Dorfes!) und ein Essraum mit integrierter Küche für die Schule gebaut.
 

Freiwilligenarbeit

Seit etlichen Jahren unterstützen sowohl der »Eine-Welt-Kreis« von St. Justinus als auch der Verein »People in Motion«, beide Alzenau, das »Proyecto Chiriboga«.
Diese gemeinnützige Organisation in Ecuador setzt internationale Freiwillige ab 18 (bis 99) Jahren an vielen Orten in Schulen, bei ökologischen Projekten und im sozialen Bereich ein. Dabei arbeitet das Proyecto unter anderem mit derzeit zwei entsendenden Partnerorganisationen in Deutschland (»ijgd« und »sci«) zusammen.


Freiwillige verpflichten sich

Freiwillige können Unterstützung vom Programm »weltwärts« des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) erhalten, wenn sie sich für mindestens sechs Monate verpflichten.
Das Proyecto arbeitet insbesondere in sozial benachteiligten Regionen und Gemeinden und begegnet dabei vielfältiger Not. Der »Eine-Welt-Kreis« und »People in Motion« haben den Bau eines Hauses in Esmeraldas an der Nordwest-Küste von Ecuador unterstützt. Dort ist eine sozial schwache und kinderreiche Familie eingezogen, die Freiwillige aufnimmt, die als Lehrer in umliegenden Schulen oder in der Sozialarbeit eingesetzt werden. Für diesen Bau konnte Virginia Mueses, die mit ihrer Schwester Carmen das Proyecto leitet, Spenden von »Eine-Welt-Kreis« und »People in Motion« über zusammen 3000 Euro in Empfang nehmen.
Virginia Mueses dankt
Die 1000 Euro des Eine-Welt-Kreises übergaben Elisabeth Pabst und Evi Dusch an Virginia Mueses. Die 2000 Euro überreichten Sabine Bott, Beate Schultheiß, Edith Kohstall, Susanne Rus und Irma Philippi. red

 

Projektbeschreibung (neu)

Ungefähr 50 km südwestlich von Quito, der Hauptstadt Ecuadors, befindet sich das Dorf Chiriboga. Dieses Dorf hat der„FUNDACIÓN PROYECT O ECOLOGICO CHIRIBOGA“ ihren Namen gegeben, weil diese Stiftung zur wissenschaftlichen Erforschung und der Aufforstung des Nebelwaldes in der unmittelbaren Umgebung der Siedlung gegründet wurde.

Die Fundación besteht seit 1997 und ist staatlich als gemeinnützig anerkannt. Neben der ökologischen Zielsetzung verfolgt sie soziale Ziele, insbesondere im schulischen Bereich.
Dabei arbeitet sie mit internationalen Freiwilligen. Viele junge (nicht nur!) Menschen wurden bisher während einiger Wochen ihres Urlaubs, der Semesterferien oder eines ganzen Jahres von der FUNDACIÓN CHIRIBOGA eingesetzt. Sie kommen auf eigene Initiative oder über entsendende Organisationen – wie z.B. die ijgd (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste http://www.ijd.de/) in Berlin, mit der die FUNDACIÓN CHIRIBOGA in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet hat.
Für sämtliche Kosten der Reise und des Aufenthaltes müssen die Freiwilligen grundsätzlich selbst aufkommen. Junge Freiwillige können aber Unterstützung durch das „Weltwärts“-Programm der Bundesregierung (http://www.weltwaerts.de/) erhalten, wenn sie ein Jahresprogramm absolvieren.

Der Einsatz der Freiwilligen erfolgt in den verschiedensten Einrichtungen, die über das ganze Land verteilt sind. Einen guten Einblick in die Bandbreite der Tätigkeit der FUNDACIÓN CHIRIBOGA im ökologischen und sozialen Bereich gibt http://www.pimotion.de/index.php?option=com_content&view=article.

Der Verein PEOPLE IN MOTION tritt nicht als entsendende Organisation auf und fördert auch keine Freiwilligen finanziell. Vielmehr richtet er sein Augenmerk insbesondere auf die Unterstützung von sozialen Aktivitäten der FUNDACIÓN CHIRIBOGA. Er fördert aber auch besondere Maßnahmen für die gemeinnützige Stiftung FUNDACIÓN CHIRIBOGA selbst, damit sie in die Lage versetzt wird, weiterhin Freiwillige ins Land zu holen und dort zielgerichtet einzusetzen.

In der Vergangenheit wurden Spenden von PEOPLE IN MOTION wie folgt verwendet:

 

2000: Errichtung von Toiletten und Duschen (die ersten in Chiriboga!) sowie eines Essraumes mit integrierter Küche für die Schule, zusammen mit der einheimischen Bevölkerung.
2002: Finanzierung von Medikamentenspenden nach einem Busunglück, bei dem 4 Menschen ums Leben kamen und 48 teils schwer verletzt wurden, da die betroffenen Menschen über keine Krankenversicherung verfügten.
2003: Unterstützung der Klage gegen die nationale Ölgesellschaft, um wegen wiederholter Ölunfälle an der Leitung durch das Tal von Chiriboga Druck auszuüben. Dies war die erste Klage einer einheimischen Organisation gegen eine Ölgesellschaft in Ecuador.
2004: Bereitstellung von Material für mehrere Schulen im ländlichen Raum.
2005-2007: Unterstützung der Schule Edmundo Carbo in einem sozial benachteiligten Ortsteil von Jipijapa. Damit und durch den engagierten Einsatz der FUNDACIÓN CHIRIBOGA wurde bewirkt, dass der Staat schließlich den dringend notwendigen Erweiterungsbau fertiggestellt hat. Eine kleinere Materialspende erhielt 2007 auch die Schule Bowey`s in San Luis Lloa.
2008-2013: Mitwirkung bei der Errichtung eines Hauses in Esmeraldas. Im Haus wohnt nun eine arme, kinderreiche Familie, die seit 2013 schon mehrere Freiwillige beherbergt hat. Diese werden von der FUNDACIÓN CHIRIBOGA in umgebenden Schulen des Problemgebietes eingesetzt. In 2009 wurden außerdem Mittel für den Kauf von Schultischen für die Schule Velasco Ibarra, von Farbe für die Schule San Antonio de Alcedo und für eine Lehrerfortbildung eingesetzt.
2014 Die FUNDACIÓN CHIRIBOGA führt die einjährigen Freiwilligen jeweils zu einem Halbzeit-Seminar in Chiriboga zusammen. Der bisher genutzte Mehrzweckraum ist mittlerweile nicht mehr ausreichend groß, und es wird daher ein Neubau errichtet. Die FUNDACIÓN CHIRIBOGA ist nicht in der Lage, die Kosten dafür alleine aufzubringen. 
2015 Hat sich People in Motion mit einem Beitrag zum Bau des Daches beteiligt.